Tag 2 Wasserfest und warum Schwalben fliegen können
Heute sind wir zum ersten Mal so richtig in Thailand aufgewacht und zwar um kurz nach 10 Uhr. Im Bett waren wir so gegen 21 Uhr, also mal so richtig ausgeschlafen :-)
Frühstück gab es nur bis 9:30 Uhr, aber die freundlichen Thais haben da für uns eine Ausnahme gemacht.
Gestern Abend gab es noch Ääktschion, als wir gegen 18 Uhr zum Abendessen fahren wollten (an einen Stausee mit toller Aussicht), bemerkte ich das ich im Auto das Licht angelassen hatte. Leider war dadurch die Autobatterie entladen und wir waren gezwungen in unsrer Ferienanlage zu speisen.
Im Nachhinein ein glücklicher Zufall denn es schmeckte hervorragend!!!
Gebratener Reis mit Ei und einheimischen Gemüse, Kokosmilchsuppe mit Tofu und Papa hatte gebratenes Chicken mit Erdnüssen.
Papa hatte mit den freundlichen Thais mittlerweile die Batterie ausgebaut und zum aufladen gebracht. Nach einer Stunde war sie wieder einsatzbereit und wir haben noch einen kleinen Nachtausflug zum nächsten Seven/Eleven gemacht. Bitte mal googlen wer das nicht kennt, die gibt es dort wie bei uns Sparkassenautomaten. Das sind aber kleine Drogeriesupermärkte die irgendwie ALLES haben, außer Hamster. Sogar meinen Handyvertrag für Thailand habe ich dort abgeschlossen.
Nach dem heutigen Frühstück sind wir zu einer geheimnisvollen Höhle aufgebrochen und bemerkten nach 3 Minuten auf der öffentlichen Straße, das wir etwas Wesentliches vergessen hatten. Spritzpistolen, Wassereimer oder ein Stück Schlauch mit unendlich Munition. Es war ja Sonkran, das Thailändische Wasserfest. Alle Kinder und Erwachsene am Straßenrand waren mit Dingen bewaffnet, die uns oder die anderen durchwässern können.
Also woher jetzt schnell Wasserpistolen herbekommen? RICHTIG - Seven/ Eleven.
Dazu 2 große Flaschen Wasser aus dem Eisschrank und wir konnten uns verteidigen.
Auf dem Weg zur Höhle kamen wir an einem einheimischen Wochenmarkt vorbei und nachdem die 2 Wasserflaschen recht schnell alle waren, schauten wir uns etwas um.
Neben nun pitschnassen Kindern, gab es herrliche Früchte aber auch seltsame Töpfe und Grillplatten mit allerlei totem Getier.
Neben nun pitschnassen Kindern, gab es herrliche Früchte aber auch seltsame Töpfe und Grillplatten mit allerlei totem Getier.
Irgendwie kam Ludwig immer nicht hinterher, wir bemerkten recht bald den Grund.
Entweder gab es dort eine blonde, blauäugige Gottheit oder die Thais stehen einfach auf süße ! kleine Jungs. Jeder, aber auch jeder musste den Jungen anfassen, abknutschen (in echt!) oder zumindest ein Selfi mit ihm haben. Armer Fritz, früher waren das immer seine Fans :-(
Das auffinden der Höhle war recht beschwerlich, das letzte Hinweisschild wies Richtung Bergspitze mit der kryptischen Zahl 600m.
Diese jedoch wie der Pfeil andeutete stets bergauf, mitten durch den Bambusjungle und 1000
zirpenden Grillen.
zirpenden Grillen.
Es waren 41 Grad bei asiatischer Luftfeuchtigkeit und ich musste den Kindern erklären das die (neu besorgten) Wasserflaschen nun nicht mehr auf die Köpfe der einheimischen Opfer entleert werden, sondern das wir das selber trinken müssen.
Oben angekommen, hatten beide Jünglinge einen schönen Bambusstock und stark geweitete Augen. Was für eine riiiesen Höhle.
Papa hatte natürlich ausreichend Taschenlampen am Start, die mini Gaslampe vom
Höhlenführer war geradezu lächerlich gegen unsere Halogenstrahler.
Das letzte Mal hatte die Höhle so ein Licht bei der Sonnenerruption 2600 Mill. vor Chr.
gesehen.
Höhlenführer war geradezu lächerlich gegen unsere Halogenstrahler.
gesehen.
Die Fledermäuse, die in Scharen von der Decke hingen, fanden das allerdings nicht so toll.
Besonders den strobo Modus (schnelles Disko Flackerlicht).
Besonders den strobo Modus (schnelles Disko Flackerlicht).
Während Sylvia und Fritz mit dem Führer voraus gingen, machte mich mein kleiner Sohn sehr stolz.
"Papa, gib mir mal bitte die Wasserpistole"
Warum denn das?
"Gib Sie mir mal bitte"
Jetzt sag schon warum?
"Los Papa, wir schießen die Fledermäuse nass"
Und was soll ich sagen, die Viecher hassen Wasser von unten auf Ihre herabhängenden Ohren noch mehr als das Diskolicht.
Schnell wieder vor zum Führer gerannt und ganz brav und scheinheilig geguckt, was wissen denn wir warum die Biester plötzlich wegegeflogen sind...
Was ich vergessen hatte, die Thais sind sehr abergläubisch und glauben an viele kleine Geister.
Nachdem ich dem Fritz von recht weit hinten zum 1. Mal ganz laut den Whaaabär gemacht habe, wollte der Thaiführer plötzlich immer schneller durch die Höhle nach draussen. Da Fritz, im Gegensatz zum Thai, so gar nicht darauf ansprang, musste ich Tonhöhe und Lautstärke etwas anpassen. Ludwig fand es lustig, jemand anderes war schon fast am Höhlenausgang und wartete dort ne Weile auf seine Gäste.
Der Abstieg war deutlich leichter zu bewerkstelligen, jedoch behinderten Hundertschaften
aufsteigender Thais den Ludwig beim weitergehen uns schmusten ihn ab.
aufsteigender Thais den Ludwig beim weitergehen uns schmusten ihn ab.
Auf dem Heimweg gab es dann noch die Möglichkeit, es den kreativen Vormietern meines
Leihwagens gleich zu tun.
Aber einfach so gegen einen Baum zu Fahren wär nicht spektakulär genug für uns. Aber ich greife vor...
Leihwagens gleich zu tun.
Eine Besonderheit, auf die ich mich mental schonmal vorbereitet hatte, ist der Linksverkehr in Asien. Also alles andersrum. Bei den unzähligen Besuchen auf dem Kontinent war ich es ja schon gewohnt, das man(n) "falsch" abbiegen muss und wie man sich dennoch orientiert.
Was ich definitiv nicht im Kopf hatte war, das auch die Autos "falsch herum" gebaut werden. Also ich sitz rechts, soviel konnte ich mir ja noch vorstellen.
Aber auch alle Bedienelemente sind vertauscht. Schalten links, Blinker rechts und mein Ellenbogen passt auch nicht mehr entspannt auf die Fensterablage.
Kurzum, 22 Jahre Automatismus beim fahren sind dahin.
Das einfachste ist ja noch der dauernd auftretende Scheibenwischer der sich bei jeder(!)
Kurve betätigt, obwohl ich eigentlich nur blinken wollte.
Dazu kam dann noch 3x die Scheibenwaschanlage, immer wenn ich kurz Lichthube geben musste. Statt freundlicher Geste an das Gegenüber - - wurde meine Scheibe nass.
Die dachten sicher an einen komischen Brauch der Europäischen Autofahrer.
Oder hey, es war ja Sonkran...
Dazu kam dann noch 3x die Scheibenwaschanlage, immer wenn ich kurz Lichthube geben musste. Statt freundlicher Geste an das Gegenüber - - wurde meine Scheibe nass.
Die dachten sicher an einen komischen Brauch der Europäischen Autofahrer.
Oder hey, es war ja Sonkran...
Nicht so lustig ist das selbständige, unterbewusste Auto in die Mitte ausrichten wollen.
Wenn das gelingt ist das Auto in Deutschland mittig der Fahrbahn, wo es hingehört, in Thailand aber auf zwei Rädern, links, kurz vor dem Straßengraben.
Nun ja, die 4h von und ( zum Teil) durch Bangkok zum Erawan Nationalpark hatte ich geschafft und auch hier lief es eigentlich ganz gut.
Nun fahren wir von dem Höhlenparkplatz Richtung Ferienanlage und sehen links viele kleine Kinder mit Wasserschläuchen. Also langsamer werden, Scheibe runter und die kleinen
Schlitzaugen schön durchwässern. Alles lacht und ich beschleunige die Karre wieder. Auf einmal RUMMS und das Moped einer der Väter fliegt 3 Meter durch die Luft.
Schlitzaugen schön durchwässern. Alles lacht und ich beschleunige die Karre wieder. Auf einmal RUMMS und das Moped einer der Väter fliegt 3 Meter durch die Luft.
Ich schnell Handbremse gezogen und mit "tief einatmen" ausgestiegen. Nur zwei Gedanken brachte mein Hirn hervor: hoffentlich ist niemanden was passiert und bitte bitte nicht die Polizei rufen.
Gleich beim aussteigen konnte ich mein Gehirn um eine Sorge entlasten, die Polizei kam direkt hinter mir gefahren und schaltete schonmal das Blaulicht an.
Zwei der dort sitzenden Väter hatten auch schön Ihre Armeeuniform an und kamen direkt auf mich zu.
Also auf oder unter dem Moped war niemand gewesen, auch war keinerlei Schaden an dem Nonnenhocker verblieben.
Jetzt kommt es aber, irgendwie scherte das Moped keinen der Leute, die machten sich alle Sorgen um meine lädierte Karre und entschuldigten sich bei MIR. Die Polizei lachte auch und wollte noch nicht mal meinen Ausweis sehen.
Ich gab einem alten Mann, der wohl der Besitzer des Mopeds war, eine gute Stange Geld und
durfte von dannen ziehen.
Das tat ich, nicht ohne beim losfahren den Scheibenwischer anzuschalten...
durfte von dannen ziehen.
Das tat ich, nicht ohne beim losfahren den Scheibenwischer anzuschalten...
puh, wer mal Polizei, Armee und Thailand googelt, findet da weniger aufregende Vorkommnisse mit ganz anderem Ausgang...
So, nach der Aufregung und maximaler Reisegeschwindigkeit 35 km/h weit rechts, kamen wir dann wieder im Resort an und aßen zum Abendbrot einen riesen Fisch.
Ludwig machte uns mehrfach darauf aufmerksam das der arme, arme Fisch ja "so tot" ist.
Sylvia schmeckte der Fisch danach sichtlich weniger und ich musste meinen Ernährungsplan einmal mehr über Bord werfen. Was bezahlt ist, wird aufgegessen..
Nach der Trockenübung 600 Meter bergauf geht es morgen in die vollen, wir erklimmen die 7 Stufen des Erawan Wasserfalls.
Hier begann vor fast 20 Jahren mein allererster Thailandtrip, ich freue mich so sehr ihn nun mit meiner Familie noch einmal erleben zu dürfen!
Hier begann vor fast 20 Jahren mein allererster Thailandtrip, ich freue mich so sehr ihn nun mit meiner Familie noch einmal erleben zu dürfen!
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